Weltwirtschaftskrise

Veröffentlicht auf von Bright

Warum muss die gerade dann auftreten, wenn wir uns ein Haus gekauft haben?

 

Warum nicht einfach mal so 6 Monate früher? Dann wären wir diese Verpflichtung natürlich nicht eingegangen. Gerade, weil mein Mann im gefährdesten Sektor als Selbständiger arbeitet.

 

Warum? Bright hat hier im Haus eigentlich keine Chance mehr. Das ist die Meinung des TA in der Tierklinik, der mehrerer anderer Ärzte und der Tierpsychologin. Wir wissen ja einfach nicht, was hier los ist, dass Bright markieren muss. Vor der Haustür kann ich es ja noch verstehen, aber wie gestern die Kellertreppe?

 

Oder war es Seymour? Ich meine laut den TÄ riecht eine Katze zu 90 % der Fälle nicht an ihrer eigenen frischen Markierung. Diese Markierung war höchchstens 24 Stunden - 10 Stunden alt. Ich laufe ja nicht ständig durch die Gegend und kontrolliere sämtliche von mir kontrollierbaren und bekannten Pinkelstellen.

 

Das Haus hätte noch eine Chance für sie geboten.

 

Ich gäbe sie ins Tierheim, auch wenn sie meine absoloute Lieblingskatze ist. Ohne sie wäre ich nie Katzenfan geworden, aber ich kann irgendwo nicht mehr. Ich habe keine Lust mehr, von Urin zu träumen. Das auch letzte Nacht, wo ich im Traum 5 Pinkelecken fand (so viel mal zu meinem Tallent zur Tierkommunikation).

 

Mein Mann wiederum gibt sie nicht ab. Der muss den Urin ja auch nicht wegwischen. Und erzählen darf ich ihm auch nicht davon. Es nervt ihn. Er ist der Meinung, sie pinkelt - na und? Lass sie doch, mach es weg und gut ist.

 

Heute morgen gab es Zoff zwischen Bright und Seymour, weil Mörchen auf einen Platz von Bright ging. Laut dem 1. Tierpsychologen, der nur 1 x aufschlug, hat Bright viel zu viele Liegeplätze. Wir sollten sie ja laut seiner Meinung nicht mehr ins Schlafzimmer lassen. Gut, darf sie ja nicht mehr, auch andere Räume, in die sie gepinkelt hat sind tabu. Seitdem finde ich weniger Urin an verschiedenen Stellen, es wird konzentrierter. Kein Wunder, wenn sie nur noch in ein paar Räume darf.

 

So dachte ich heute morgen, wäre es wirklich schön, das Haus zu bekommen, ihr nur das 45 qm große Wohnzimmer, den Flur nach oben und dort die neu geschaffene Bibliothekgallerie mit knappen 30 qm zu lassen. Dann gäbe es ein großes Freigehege. Somit viel mehr Platz als hier, aber auch weniger Möglichkeiten im Haus selbst zu urinieren.

 

Aber Danke an die Weltwirtschaftskrise. Ein großes Freigehege mit knappen 600 qm kostet auch eine Stange Geld. Ihr erst einmal nur den umlaufenden Balkon zu gönnen, bedeutete nur 16 qm statt 40 qm Freigehege, wie sie es von hier kennt. Kein Gras, keine Vögel und vor allem im Wohnzimmer Ecken, wo sie nicht von aussen markieren kann. Die Gefahr, dass sie wieder von innen markiert steigt dann immens.

 

So träume ich zur Zeit vom Haus, von Urin, von Geldnot.

 

 

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Veröffentlicht in Tagebuch einer unsauberen Katze

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