Freigehege: Die Anfänge

Veröffentlicht auf von Bright

Dies ist nun das Tagebuch über die Entstehung eines 600 qm großen Freigeheges für Bright und Seymour.

 

Obwohl wir hier wirklich sehr ländlich wohnen, ist mein Mann dagegen, dass die 2 Freigang bekommen. Nachdem wir erfuhren, dass Serge FIV positiv und bei Sylvester (Nachbarskater) der Verdacht auf FIV sehr hoch ist, bin ich auch dagegen. Zudem ist hier eine Tempo 30 Zone und kaum einer hält sich daran. Dann gibt es ja auch noch die lieben Jäger, die hier auch zu Hauf ballern.

 

Gut, der Garten muss eh gemacht werden. Karstgebiet, so nennt man unsere Gegend, was gleichbedeutend mit absolut steinig ist.

 

In unserem Garten ist wohl das Hauptgebiet des Karstgebietes, ich hatte teilweise nicht mal 10 cm Boden, um meine kleinen Obstbäume zu pflanzen, die ich 2009 gekauft hatte. Der Garten sah von den Vorbesitzern nur so aus, dass es eine Wiese war, die nach jeder Richtung abfiel. Stellt euch eine Hanglage vor, wo der Garten immer weiter abgerutscht ist.

 

Immerhin, Sylvester mochte diesen Garten, in dem wir 2009 dann das Gras nicht mähten, weil das fast unmöglich war mit einem kleinen Rasenmäher. So wuchs das Gras und uns bot sich dann im Sommer folgendes Bild:

 

008Darf ich vorstellen? Sylvester, der Kater der Nachbarn. Er fühlte sich sichtlich wohl in unserem Garten. Baute sich immer ein schönes Nest und ließ es sich dort gut gehen.

 

Auch Serge mochte den Garten, bis ich ihn einging und kastrieren ließ. Seit dem meidet er uns.

 

Der Garten selbst bot uns, wenn wir aus dem Fenster blickten, folgenden Anblick:

 

 010

 

Vielleicht erkennt man etwas, was ich meinte, dass der Garten überhaupt nach jeder Richtung hin abfiel.

 

Es war nur eine große ungepflegte Wiese. Der Untergrund komplett wellig, teilweise schauten Steine raus. Nachbarn erklärten uns, die Vorbesitzer hätten Beton in den Garten gegossen - worauf wir uns dann nur wunderten, wie dann der Maulwurf seine Gänge ohne eine entsprechende Maulwurfhilti bauen konnte.

 

Da ich Sonne nur mag, wenn ich bei 30 Grad unter einem schattigen Baum liegen darf, dachte ich mir, auf diese Wiese müssen Bäume her.

 

Nur mein Problem, groß durften die Bäume nicht sein, denn je mehr Ballen, desto tiefer graben war angesagt. Teilweise fand ich später nicht mal 30 cm Boden, um die Bäume zu pflanzen, ich musste die dorthin setzen, wo Boden war und nicht dorthin, wo es mir gefiel.

 

So zogen im Sommer 2009 2 Apfelbäume (Halbstamm), 1 Holunderbeerenbaum, 1 Naschibirnenbaum (Halbstamm), 1 Felsenbirne, 1 Acer (zog mit uns eh um), 1 Fliederbusch (zog auch mit uns um), 1 Kletterrose (kam auch aus dem alten Zuhause), 2 Bienenbäume (BeeBeeTree), 1 Lebkuchenbaum (gerade mal 30 cm hoch) sowie 1 Ginsterbusch - bei uns in den Garten ein.

 

Über die BeeBeeTrees hatte ich einiges gelesen. Meine Nachbarn rechts und links beschwerten sich, sie hätten 2009 arge Probleme mit Wespen/Hummeln/Bienen - so genau konnten sie es mir nicht sagen, auf jeden Fall gelb/schwarz gestreifte Flügelmonster. Kaum, dass sie draußen gesessen hätten, wären sie von denen angefallen worden.

 

Konnte ich nicht nachvollziehen, denn auch ich saß auf unserer Terrasse, wir grillten, wir tranken, und keine Wolke Insekten hüllte uns ein. Gut, ein paar kamen und nervten, aber nicht mehr als ich es woanders gewohnt war. Zudem hatten sich die Wespen in unseren Fenstern ein Nest gebaut. Gehe ich mal davon aus, dass die das, so wie ich es hörte, nur bei006.JPG uns taten, waren wir dann von den Tieren verschont geblieben. Grund? Vielleicht lag es daran, dass wir eine Wildwiese hatten, auf der über das ganze Jahr hinweg Blumen und Unkraut blühte. Wir sahen auch wieder jede Menge Schmetterlinge, gelbe und blaue, es war einfach wunderschön.

 

 

Nun fand ich im Internet den BeeBeeTree, der sehr spät im Jahr, wenn den Honigsammlern die Nahrungsquellen ausgeht, zu blühen anfängt und den Insekten Futter gibt. Dieser Baum wird auch in Kindergärten gepflanzt, damit die Kinder im Spätsommer/Herbst nicht so von den Insekten genervt werden, weil diese wenig Nahrung finden und dann auf menschliche ausweichen.

 

Der Bienenbaum soll schnellwachsend sein, was auch immer das bedeutet. Schauen wir mal, zumindest standen nun 2 Bäume davon in meinem Garten.

 

Leider bot einer der Apfelbäume nach 2 Wochen so ein Bild des Grauens:

 

001 (2)

 

Ich hatte arge Bedenken, dass der Baum überhaupt überlebt.

 

Als Apfelbäume hatte ich mir im Internet alte Apfelsorten ausgesucht, in der Hoffnung die schmecken mal wieder schön kräftig nach Apfel.

 

In einem Gartenforum dann erklärte man mir, das könnte alles sein, von Pilz, bis zur einer Krankheit, bei der ich alle Bäume fällen lassen müsste, bis hin, dass der Baum einfach den Transport und die Neupflanzung nicht ganz verkraftet hätte. Super!

 

Nun hatte ich also eine Wildwiese mit vielen kleinen und kleinst Bäumchen. Teilweise war das Gras höher als die Pflanzen.

 

Das ging einfach so nicht weiter.

 

Wir ließen Landschaftsgärtner kommen, die kamen, sahen, schüttelten den Kopf und gingen: zu teuer, geht nicht, Sie müssen tonnen Erde in den Garten schaffen, und das bei Ihrer Hanglage ....................

 

Gut, das Haus ist Hanglage und es gab eigentlich keinen Weg mehr, in den Garten zu kommen. 

 

Ein Gärtner traute es sich zu. Nur um in den Garten zu kommen, wurde neben dem Haus eine Rampe aus Erde aufgeschüttet. Dazu mussten schon 2 LKW-Ladungen Boden angekarrt werden.

 

So kam man endlich mit einem Bagger in den Garten. 

 

 

Auf der anderen Seite - hinter dem Carport033-Kopie-1.JPG - gab es eine Stufenanlage, die abgerutscht war und nun lebensgefährlich war. Die musste auf alle Fälle erneuert werden. Auf diesem Foto sieht man das links oben im Bild. Man erahnt, dass dort nur noch ein Hang mit Kies war, auf dem man sich die Haxen hätte brechen können. Auch Sylvester war von dieser Anlage nicht angetan, denn Kies tut an den Pfötchen weh. So lief er immer staksend über diesen Kies, ein Pfötchen hoch, dann schütteln, langsam wieder absetzen.

 

Dann im November, nach Tonnen von LKW-Ladungen Boden, Kies, mehr Boden, mehr Kies, bot sich dann folgendes Bild aus dem Wohnzimmerfenster: 004

Eine Mondlandschaft.

 

Die Gärtner hatten im hohen Gras sämtliche Bäumchen eingesammelt, die sie finden konnten. Natürlich gab es dabei Tote zu beklagen:

 

mein kleiner Fliederbusch, wie auch mein Ginsterbusch, wie auch der schon vorhandene Stachelbeerenstrauch, fanden den frühen Pflanzentot.

 

Die restlichen Bäumchen wurden zusammen gerottet und sollten so den Winter überleben.

 

Einer fand diese Aktion nun wirklich unter aller Sau: Sylvester.

 

Zum Glück verstehe ich bei kätzisch nur den Dialekt, den Bright und Seymour sprechen, so kann ich nicht beleidigt auf das Geschimpfe und Geschreie reagieren, welhes Sylvester los lies, wenn er meiner nur Angesichtig wurde. War das Katertier giftig. Man o Mann. Und er wusste wirklich nur zu gut, wer dies aus seinem schönen Garten gemacht hatte.

 

Dieses Bild wurde im Winter nur von einer gnädigen weißen Schneedecke übertüncht.

 

Fortsetzung folgt ........................

 

 

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Veröffentlicht in Ein Freigehege entsteht

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