Ein ganz normaler Tag im Ekelhattierleben
Morgens um 07.30 Uhr beginnt meine Schicht - vor der Schlafzimmertür mit der Fehlfarbe und dem weißen Riesen darauf warten, dass die Frau endlich ihre alten Knochen aus dem Bett bekommt. Schade, dass wir nicht mehr im Schlafzimmer schlafen dürfen - Dank an dieser Stelle an die Fehlfarbe - die das mit ihrer Pinkellei in das Bett der Frau verursacht hat. Der Fehlfarbe passte es nämlich nicht, dass ich auch dort schlafen möchte - und so pinkelte sie genau auf die Stelle, wo ich sonst schlief.
Ok, wir warten also seit 07.30 Uhr auf die Frau - total verhungert, entkräftet.
Sie steht auf - Hoffnung auf Rettung, ein Silberstreif am Horizont. Krault kurz mich, die Fehlfarbe, der weiße Riese haut ab.
Verschlafen trottet sie ins Wohnzimmer, wir 3 voller neuer Kraft, aus der Hoffnung auf Futter schöpfend, hüpfen schon mal Richtung Küche voraus, nur um festzustellen, die Frau bleibt, wie jeden morgen, am Laptop hängen. Irgendwo hat sie gelesen und sich damit den Floh ins Ohr gesetzt: Katzen NIE direkt nach dem Aufstehen füttern, damit diese das Aufstehen NICHT mit dem Füttern verbinden. Damit soll man mehr Spielraum haben und die Katzen den Menschen nicht zur "gewohnten" Fütterungszeit aus dem Bett holen.
Schande über uns - es funktioniert.
So, nun hockt sie auf ihrem Sessel und schmökert im Internt, versendet ein paar E-Mails. Wir umkreisen sie wie 3 Haie eine bluttriefende, zappelnde Beute. Seymour fängt das Jammern an, man denkt nicht, wie jämmerlich 6 kg klingen können.
Ich fange an, über das Noteboot zu stiefeln, aber nur Bright bringt es fertig, das runter zu fahren, so daß die Frau endlich auf steht.
Küche, ich komme!
MIST! Was ist denn noch los?
Ach ja, das Streuner Streifchen Leroy muss raus, damit die 2 anderen futtern können, sagt die Frau, denn der Gestreifte, das bin ich, fräse den beiden anderen alles weg.
Nö, erkläre ich, ich bin doch friedlich, ich tue doch nichts.
Dann, so fragt die Frau, erkläre mir doch mal, warum ich Dich gestern, als ihr 3 zum gleichen Zeitpunkt Futter bekamt, ständig von Seymours Napf fernhalten musste, obwohl ihr schon über das ganze Haus verteilt Futter bekamt?
Was kann ich denn dafür, argumentiere ich, dass ich a) weniger Futter bekam, als der weiße Riese und somit b) viel früher mit dem Futter fertig?
Nun ja, Streifchen, die Frau seufzt, damit hast Du ja Deine Antwort darauf, warum ich Dich nun vor die Tür setze, damit die 2 anderen in Ruhe futtern können. Somit hält sie mir die Tür auf. Ich halte aber nichts von der Idee, folge ihr aber, als sie selbst in den Keller geht um den Futtervorrat oben auf zu füllen. Im Keller, das weiß ich, steht ein 10 kg Sack TROCKENFUTTER! OFFEN! Glaubt nun aber nur nicht, sie ließe mich daran meinen armen Magen füllen.
Zuerst aber ins Büro, von dort an raus in den Garten, schauen, ob ihre Rosen nun kommen oder ob sie verfroren sind. Ich folge - Rosen - langweilig - kann man nicht fressen. Als sie rein geht, bin ich geschwind wie der Wind vor ihr drin.
Dann geht es zum Trockenfutter, also auch dort, wo die Nassfutterdosen stehen. Sie verscheucht mich von dem Sack Futter, öffnet die Tür in den Garten. Also als netter Kater gehe ich voran, NUR, um festzustellen,
ICH BIN WIEDER AUF DIESEN ALTEN; MORGENDLICHEN TRICK REINGEFALLEN
die Tür schließt sich hinter mir - sie ist drinnen und ich DRAUSSEN.
Schneller als sie von innen, bin ich draußen die Treppe hoch und warte schon vor der Terrassentür, schaue sehnsuchtsvoll in das Wohnzimmer, wo ich dann sehen muss, wie sie den Napf von der Fehlfarbe und dem weißen Riesen füllt. Mein armer Magen knurrt vor Hunger, so daß ich meine eigenen Gedanken nicht hören kann.
10 Minuten später, die 2 sind fertig, gehen in den Garten und ich entere schneller als der Wind das Haus, ab zu den Näpfen - SIE SIND LEER!
Puh, nochmals Glück gehabt, die Frau bringt mir meine Schüssel - eine Schüssel, weil ich das Futter in 10 m Radius um den Futternapf verteile - eine Schüssel mit verwässertem Futter, weil ich das mit meinen Entzündungen besser fressen kann, inkl. meiner Medikamente.
Sie setzt sich nun an ihren Frühstückstisch. Toast, Butter, Käse und Kaffee. 5 Minuten später bin ich da, mit futterverschmiertem Maul und verteile diese Reste weitläufig auf der Tischdecke und ihrem Toast. Versuche mit der Pfote MEIN Toast zu bekommen, MEIN Käse, MEINE Butter.
Ende der Geschichte? Ich fliege aus dem geöffneten Fenster auf den Balkon. Natürlich - OHNE Beute gemacht zu haben.
MIST! So war das nicht geplant.
Eines glaubt mir aber, noch ist nicht aller Tage Abend, morgen früh - wieder MEIN Kampf um MEIN Toast, meine Butter, mein Käse, meine Marmelade. Irgendwann, irgendwann, gehört es mir, mein Schatz.