Tagebuch vom 04.08.2008 - 06.08.2008

Veröffentlicht auf von Bright

Montag, 04.08.2008

ich habe Besuch von der Tierpsychologin. Wir gehen noch einmal die Stellen durch, die Bright seit Herrn Nachbars (Kater wird noch in der Geschichte um Bright erwähnt) Auszug markiert hat. Dazu gehörten der Gaskamin, ihren Amazonkarton auf einem hohen Regal, Herr Nachbar's Katzenbett, Haustür. Daneben fand ich dann noch Stellen mit einem UV-Licht, von denen ich bis dato nichts wusste: in meinem Arbeitszimmer an jeder Wand. Dazu hatte sie sich auf das oberste Regalbrett gestellt und von oben gegen die Wand markiert, so dass der Urin die ganze Wand runterlief. Das ganze teilweise 5 - 6 x pro Wand. Wie alt diese Markierungen sind, weiss nich nicht.

Die Tierpschologin weisst mich aber nochmals darauf hin, dass ich nicht davon ausgehen kann, dass Bright sofort sauber wird. Herr Nachbar ist gerade mal 2 Wochen weg und sein Geruch ist für sie noch immer gegenwärtig. Der Tierarzt in der Tierklinik, Bright hatte 1 Woche nach Herrn Nachbars Auszug ihre 10. Blaseninfektion innerhalb von 1. Jahr, erklärte mir, dass Katzen kein Zeitverständnis hätten. Bright bemerkt nicht, dass Herr Nachbar Tage lang nicht da war. Für sie ist er gegenwärtig, weil es noch nach ihm riecht.

So fing ich denn an, Sachen, die nach Herrn Nachbarn riechen könnten, zu waschen, wenn sie waschbar waren. Ich versprühe Feliway, auch wenn 50 % der Katzen, und dazu gehört wohl Bright nicht darauf reagieren, gebe ihr wieder Bachblüten, obwohl es bisher auch nichts half. Es schadet ihr auch nicht, ich habe das Zeugs noch und vielleicht beruhige ich mich.

Heute sind es 6 Tage, dass ich nichts gefunden habe. Die Tierpsychologin ist zufrieden. In ihren Augen tue ich schon alles, was möglich ist. Eines könnte ich aber noch ausprobieren: ich könnte mit einem Plaid Duftstoffe von Bright's Kopf nehmen (Katzen markieren ja auch damit) und von ihr markierte Stellen einreiben. Sie markiert ja, weil sie

a) ihr Revier abstecken will

b) sie sich unsicher fühlt

und mit ihrem Duftstoff vom Kopf müsste das evtl. auch klappen.

Als die Tierpsychologin geht, die Frage: was glauben Sie, wo sie das nächste Mal markieren wird? Meine Antwort kommt schnell und ohne zu zögern: die Haustür.


Dienstag, 05.08.2008

Zum Glück immer noch kein Urinfund. Ich sage meinem Mann aber voraus, dass ich spätestens morgen Urin vor der Haustür finden werde. Ihr alter Rhythmus lag bei 7 - 8 Tagen und heute ist der 7. Tag. Alles besser, als wie die letzten 3 Monate, wo sie jeden Tag mehrfach an bekannte und unbekannte Stellen uriniert.


Mittwoch, 06.08.2008

nach 8 Tagen finde ich das erste Mal wieder Urin vor der Haustür. Genau dass, was ich erwartet habe. Selbsterfüllende Prophezeihung?

Der Urin wird mit Enzymreinigern beiseitigt, einwirken lassen, mit Alkohol nachgereinigt, danach wieder der Enzymreiniger. Es riecht für uns Menschen vor der Haustür nicht nach Urin.

Ich nehme mir Missus vor und versuche ihr zu erklären:

Bright, Schnecke, Du brauchst hier nicht Wache zu halten, dass keine fremde Katze mehr in Dein Revier eindringt. Herr Nachbar ist weg - oder hast Du ihn in den letzten Tagen gesehen? Sollte eine andere Katze (IRONIE an) das Haus betreten wollen, verliert diese ihre 4 Pfötchen (IRONIE AUS). Du siehst also, ich bewache Dein Reich und Du kannst somit aufhören, dahin zu markieren.

Sie schaute mich aus großen grünen Augen an und beschimpfte mich danach. Zumindest interpretiere ich ihr Gemeckere so.

Gestern fand ich dann ausserhalb ihres Freigeheges frischen Katzenkot. Ringelschwanz. Eine Katze, die hier ständig auftaucht und unser Seymour in Rage bringt, weil er sie durch das Freigehege nicht vertreiben kann.

Das Markieren vor der Haustür eine Reaktion auf Ringelschwanz?

 

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Veröffentlicht in Tagebuch einer unsauberen Katze

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