Wie ich zu Bright kam

Darf ich vorstellen? Das ist Bright, die Katze, um die es in diesem Blog vornehmlich geht.
Bright ist heute 5 Jahre alt. Ihr Geburtsdatum ist ca. 06/03. Das genaue ist unbekannt, da sie mit ihren Geschwistern als kleine Kitten mit ca. 4 Wochen zum Sterben in einem Wald ausgesetzt wurde. Dort wurden sie dann von der Feuerwehr gerettet und halbtot in eine Arztpraxis gebracht, wo man sich liebevoll um sie kümmerte.
Danach kam sie mit ihren Geschwistern in das Tierheim, wo ich sie dann fand.
Ich muss gestehen, ich war bis zu diesem Zeitpunkt kein Katzenfan. Auf einer Rankinglisten von 1 - 100 bekommen Hunde mit 100 Punkten die volle Punktzahl, gefolgt von Eseln mit 98, dann Frettchen mit 95, Killerwale mit 90 und irgendwo bei 85 Punkten lagen dann die Katzen. Aber, ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass ich gerne Haustiere hätte. Als berufstätiger ist es mit einem Hund nicht einfach, vor allem, wenn man dem Hund gerecht werden möchte. Esel und Killerwale kann man schlecht bis gar nicht in der Wohnung halten und von Frettchen hatte ich keine Ahnung. So blieben dann Katzen übrig, von denen ich der Meinung war, sie wären alle gleich, nicht schmusig, dumm und exzentrisch, falsch und hinterhältig und vor allem nicht so interaktiv wie ein Hund.
So kam dann der 09.08.2003. Es war ein sonniger Samstag. Ich verliess die Wohnung mit den Worten Richtung meines Mannes: "Schatz, ich bin mal im örtlichen Tierheim, um da mal zu schauen".
Somit begann das "Drama".
Die Sonne schien, als ich dort eintraf. Katzen schnurrten um meine Beine, buhlten um Aufmerksamkeit, eine schöner als die andere. Nimm mich, ich bin lieb. Nimm mich, siehst Du denn nicht, wie schön ich bin? Nimm mich, ich werde Dich beschmusen. Ich verschloss mein Herz wie ein Tresor und warf den Schlüssel weg. Ich wollte ja nur schauen.
Die Tierheimmitarbeiterin kam, frug mich, was ich wollte und führte mich in einen Raum, der mit Reihen von Reihen von Boxen gefüllt war, in dem nur Kitten saßen. Dabei wollte ich, wenn überhaupt eine Katze, zwei alte Wohnungskatzen. Nur, hier auf dem Land ist das schwer. So blieben die Kitten über. Sie führte mich zu einer Box, in der eine bunte Auswahl an Kitten lagen.
Ganz vorn am Gitter lag eines, was aussah, als hätte sie ein schwarzes Neglige über ihr weisses Unterfell gezogen. Sie ruhte da so zufrieden. Also packte ich sie und holte sie raus. Auf einmal wurde aus dem Kätzchen eine Furie. Sie biss
mich vorn, krallte ihre Vorderpfötchen in meine Hand und tötete ihre Beute mit den Hinterpfötchen. Erstaunt sah ich mir das kleine Etwas an, wohl wissend, ich war verloren. Dieses Kleine Etwas hatte den Schlüssel zu meinem Herzen gefunden, den ich zuvor weggeworfen hatte.So kam ich, die eigentlich nur schauen wollte, an diesem Tag mit 2 Katzen nach Hause. Der kleinen Furie hatte ich einen ihrer Brüder zur Seite gestellt.

Die Tierheimmitarbeiterin, die schon erkannte, dass ich verloren war, meinte nur noch, dass das kleine Furienkätzchen einen ruhigen Gesellen an ihrer Seite bräuchte. In der Box lagen 2 rote Kater, einer davon friedlich im Futternapf schlafend. Der eine hatte längere Beine, der andere kürzere. Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich weiss bis heute nicht, welchen der beiden Kater ich mitgenommen habe. Es war für uns aber die richtige Entscheidung.
Damit wir wissen, wie wir mit 2 Jungkatzen umzugehen haben, bekamen wir eine Liste mit, auf der so was stand wie: Bedrängen Sie die Katzen nicht, lassen Sie den Katzen Zeit sich zurecht zu finden. So nützliches Zeugs eben. NUR, schien das niemand diesen beiden Exemplaren gesagt zu haben, so nach dem Motto: lasst den Menschen mal ein wenig Zeit, sich auf euch einzustellen. Nö, und wenn man es den beiden so als To-Do-Liste auf den Weg gegeben haben sollte, haben die das wieder sehr schnell vergessen.
Ich komme also mit der Box - geliehen vom Tierheim - nach Hause. Mein Mann ist gar nicht erstaunt, denn er hatte mit so etwas schon gerechnet. So öffne ich die Box - 1 - 2 - 3 - MEINS - und wir waren nur noch Untermieter in unserer eigenen Wohnung.
Diese Fotos sind etwa 1 - 2 Wochen nach ihrem Einzug entstanden. Ihr könnt sehen, wie klein die beiden noch waren. Ich denke sie waren ca. 7 - 8 Wochen alt, also viel zu jung, um ohne Mutter zu sein. Das ist für die weitere Geschichte wichtig. Behaltet das also im Hinterkopf.
Leider waren die 2 nicht richtig gesund. Geht auch nicht anders, wenn ganz junge Kitten ausgesetzt werden, fast tot aufgefunden werden und dann ins Tierheim kommen, wo es von xig anderen Tieren wimmelt. Beide bekamen sie einen Hautpilz, der bei Bright dann so ausgeprägt war, dass sie selbst im Gesicht ihre Haare verlor. Sie verlor sogar ihre Schnurrbarthaare. Ihr Bruder, und das hätte uns schon zu denken geben müssen, übergab sich nach einigen Katzenfuttersorten sofort.
Ansonsten tobten die beiden wie verrückt. Vor allem Bright trieb uns in den Wahnsinn. Sie ist eine sehr intelligente, menschenanhängliche, verschmuste, spielwütige Katze. Sie kann aber auch mehr als zickig werden, wenn man sie nicht so behandelt, wie sie der Meinung ist, behandelt zu werden. Sie ist eifersüchtig, sehr selbstbewusst, sehr neugierig. Sie apportiert wie ein Hund, hört auf ihren Namen und kommt, wenn man sie ruft. Ich mache Clickertraining mit ihr, wo sie die Kunststücke: GIVE ME 5, Männchen auf Kommando, um sich selbst drehen kann, zudem springt sie durch einen Reifen. Über das Clickern berichte ich dann auch mal an einer anderen Stelle. Das alles nur, um zu zeigen, dass ich wegen dieser Katze namens Bright zum Katzenfan geworden bin.
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