Redcliff - geboren ca. 06/2003, gestorben am 14.08.2007

Veröffentlicht auf von Bright

Redcliff war, als er zu uns kam, das netteste Katerchen, was man sich auf der Welt vorstellen kann. Er war so süß, so klein. Er und seine Schwester passten jeweils in eine Hand.

Die beiden kamen 08/04 zu uns. Wir wohnten damals in 123 qm. Es war eine Dachgeschosswohnung über 2 Ebenen. Die erste Nacht verbrachte ich auf dem Sofa, die Katzen hinter demselben, damit sie keine Angst hätten.

Leider musste ich im Januar 2005 beruflich nach Köln umziehen. In den ersten 3 Monaten blieben Redcliff und Bright bei meinem Mann in unserer Wohnung, die wir erst seit 1 Jahr bewohnten. Ich war arbeitslos und er wurde 09/04 arbeitslos. Ich hatte in Köln eine Bruchbude als Appartment. Das war 25 qm groß. Damit mein Mann sich nun in seiner Heimatstadt auch nach etwas umschauen konnte, kamen die 2 zu mir. Es war ein Schock für sie, von 120 qm auf ganze 25 qm. Dann war etwas in der Wohnung. Mein Mann bekam jedes Mal, wenn er da war, Halsschmerzen und Husten. Ich bemerkte nichts.

Bright, die komplett spielwütig war (zu der Zeit musste ihr Mensch noch in der Lage sein, 20 Stunden am Tag mit ihr zu spielen. Ihr Lieblingsspiel war Flummisquosh. Dazu benötigten wir aber den langen Flur, den wir in der alten Wohnung hatten). Nach 3 Monaten wurde sie mangels Bewegung und Spiel richtig agressig. Sie ging regelrecht die Wände hoch. Ihr Bruder wurde ruhig. Auch das Verhältnis zwischen den beiden wurde schlechter.

Als ich dann übernommen wurde, suchten wir uns in Troisdorf eine Wohnung, da ich in Porz arbeitete. Was wir damals noch nicht wussten war, dass diese Wohnung feucht und schimmelig war. Es hatte fliessend Wasser an einer Badezimmerwand. Was uns die Vormieterin erzählte, hätte uns aber warnen sollen, was den Charakter des Vermieters anbetrifft, aber wir dachten, dass sei "nur" ein ausgearteter Streit. Für den Zeitraum des Umzugs kamen Bright und Redcliff in eine Katzenpension, denn wir mussten 2 Wohnungen wieder in eine zusammenführen.

Nachdem wir die 2 aus der Katzenpension abgeholt hatten, bemerkten wir, dass Reddie sehr ruihg war. Wir dachten, da es unser erster Umzug mit Katzen war, es läge daran, dass alles neu für ihn wäre. Als er sich aber 3 Tage später nicht einmal mehr für seinen Laserpointer interessierte, rasten wir sofort zum Tierarzt. Es war Rettung in letzter Sekunde, denn Redcliff hatte 41,2 Grad Fieber. Eine Infektion, wie uns die Tierärtzin erklärte. Er bekam Antibiotika usw. Zuhause angekommen, spielte er auch sofort wieder. Er sprach sehr gut auf die Behandlung an.

2 Wochen später begann alles wieder von vor. Dieses mal nur 39,8 Grad Fieber. Er bekam wieder Medikamente, auf die er sehr gut ansprach. Die Tierärtzin machte sich aber Sorgen. Sein Blut wurde untersucht und ein Titer von 1:200 wurde festgestellt. Laut Aussage dieser Tierärtzin hatte Redcliff FIP müsste aber nicht sofort daran sterben. Wir waren am Boden zerstört. Recherchen im Internet sind wiedersprüchlich, sagen aber alle, dass der Titer absolut nichts aussagt, denn der sagt nur aus, dass die Katze mit dem Coronavirus in Berühung kam. FIP entsteht aus einem mutierten Coronavirus. Ob der vorliegt, kann der Titer nicht sagen.

Als wir dort einzogen, war Redcliff 1 Jahr alt. Mit ca. 1,5 Jahren stellte er das Spielen komplett ein. Meine Odysee begann. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass da was nicht in Ordnung sei. Ich rannte von Tierarzt zu Tierarzt. Erst in Troisdorf, wo man mir sagte, dass Redcliff im "Alter" (mit 1,5 - 2 Jahren?) halt ruhig geworden sei.

Nachdem wir den Schimmel entdeckten und ich 3 Monate nach der Probezeit entlassen wurde, zogen wir im July 05 wieder in Richtung alte Heimat. In dieser schimmelverseuchten Wohnung lebten wir 14 Monate.

Hier fing Redcliff dann an, ab Dezember 2005 - Juni 2006 jeden Monat krank zu werden. Er spielte nicht, bekam ständig eine Halsinfektion. Er war sehr auf sein Herrchen fixiert. Jedes Mal, wenn sein Herrchen nicht da war, dauerte es bis zu 4 Tage, bis er mich als Ersatz akzeptierte und wieder ausgeglichener wirkte. Nur war das die Zeit, wo mein Mann selbständiger Consulter wurde und ab da ständig nur am Wochenende da war. Ich hatte richtig Angst um Redcliff. Er wurde ständig krank, spielte nicht mehr, wirkte irgendwie depressiv. So rannte ich von einem Tierarzt zum nächsten. Die Aussage war irgendwann, dass ich einen stressempfindliches Tier hätte, welches noch wegen der sehr frühen Trennung von der Mutter über ein sehr schwaches Immunsystem verfügte. (er und Bright samt anderen Geschwistern wurden ja mit 4 Wochen ausgesetzt und fast dem Tode nahe gefunden).

Ich selbst konnte mit dieser Aussage von 6 Tierärzten nicht klarkommen. Also suchte ich Foren auf und Hilfe. Irgendwann kamen die Vorwürfe von dort, ich litte unter einem Münchhausensyndrom und machte, damit ich mich gut fühlte, meinen Kater krank.

Mitte Mai 2006 kam Seymour mit 3 Monaten zu uns, weil Bright mich mit ihrer Spielwut verrückt machte. Ich hoffte, ein andere Katze würde mir etwas "Arbeit" abnehmen. Damit begann aber, dass hier die Hölle losbrach: Bright verkloppte Seymour, der Redcliff und der Bright, die dann wieder Seymour, der Redcliff und der Bright verprügelte. Ich konnte die 3 in eine Runde aufstellen.

Im betreffenden Forum erklärte mir dann jemand, den ich wegen Bachblüten ansprach, ich müsste Seymour umgehend abgeben, sonst stürbe Redcliff.

Erschwerend war auch noch, dass Herr Nachbar als unkastrierter Kater ums Haus herumschweifte und allewärts markierte.

Als ich dann im Juni 2006 beim Tierarzt war, hatte ich Redcliff und Herrn Nachbarn dabei. Mir sah Herr Nachbar etwas verwuschelt aus und auch wenn er nicht mein Tier war, wollte ich ihn durchchecken lassen. Redcliff hatte wieder mal eine Halsinfektion. Die Tierärztin meinte, ich sollte HN kastrieren lassen, dann würde auch seine Markierungen aufhören. Ich tat das, auch wenn er nicht mir gehörte. Redcliff bekam Cortison gespritzt, damit man mal schauen kann, was dabei herauskommt.

Ich schaffte ihm wieder einen schönen Kratzbaum an, da der alte nicht mehr zu gebrauchen war.

Eine andere angehende Tierpsychologin aus diesem Forum nun unterstellte mir, ich handelte nicht zum Wohle meiner Tiere und brächte diese um.

Für ein Jahr nach diesen Maßnahmen hatte ich meinen alten Kater wieder. Er spielte, er wirkte aufmerksam. Wir waren glücklich. Nur, er verprügelte Bright, die gerade eine Darminfektion mit heftigen Krämpfen hatte und ihren Kot verlor wo sie ging und stand, übel. Teilweise so, dass Bright sich nur durch einen Sprung von der Treppe ins 1. OG in den Keller retten konnte.

Erschwerend war nun auch noch Herr Nachbar, dessen Menschen nur 500 m Luftlinie weit wegezogen waren und ihren Kater eigentlich mitgenommen hatte. NUR gefiel HN diese neue Wohnung nicht. Kaum rausgelassen, erschien er wieder in seinem alten Revier, bzw. vor unserer Terrassentür und war der Meinung, wir sollten glücklich sein, dass er bei uns einziehen wollte. Seine Menschen transportierten ihn an die 6 x von uns bemerkt, unbemerkt garantiert öfters, aus unseren Garten. Aber, kaum auf Freigang, erschien er wieder bei uns. Als sie ihn ins Tierheim geben wollten, erklärten wir uns bereit, für ihn zu sorgen. Er bekam eine Hütte hingestellt, Futter, Wasser und ärtzliche Versorgung. Das sollte auch laut dem Tierheim und den Tierärzten reichen. Laut diesen Stellen hätte er es so besser als im übervollen Tierheim. Nur, Katertier hatte da eine andere Vorstellung, was seine Lebenssituation anbetrifft: Bright sollte ausziehen und er ein. So kämpfte er seit diesem Zeitpunkt für seinen Einzug. Diese Geschichte wird noch erzählt, und spielt hier zwar eine Rolle, aber es soll um Redcliff gehen.

Wir holten, weil Bright unsauber wurde, und weil diese Kloppereien nicht weniger wurden, den 1. Tierpsychologen, der meinte, wir würden unsere Katzen zu verwöhnen, und viel zu viel gewähren lassen. Z. B. dürften die nicht mehr ins Schlafzimmer. Als ich meinte, dass könnte ich nicht tun, denn jedes Mal, wenn ich das Schlafzimmer zu hatte, war Redcliff am nächsten Tag krank, meinte der Tierpsychologe, ich würde mir das einbilden und mich von meinen Tieren terrorisieren lassen. Zum Glück kam dieser nie mehr wieder.

Damit Redcliff etwas Freiheit bekam, bauten wir im Mai 2007 ein Freigehege, welches Anfang Juni 2007 fertig wurde. Leider war es nicht einbruchssicher und Herr Nachbar bekam nach einem Jahr Kampf seinen Willen.

Etwa am 20.07.2007 fiel mir auf, dass Redcliff's Flanken eingefallen waren. Da es Freitag abend war und die Tierärzte schon geschlossen hatten, fuhr ich am Samstag zu unserem "normalen" Tierarzt. Obwohl in mir alles schrie: so sieht also das Ende aus, stellte die "nur" eine Halsinfektion fest und gab ihm eine Spritze und AB's mit. Am Sontag konnte er nicht mal mehr die Treppenstufen erklimmen. Ich sah, wie er aufs Klo ging und kein Wasser lassen konnte. Also wurde er wieder eingepackt und hin zum Tierarzt, die aber alles, was wir sagten, ignorierte und uns erklärte, es handle sich nur um eine Infektion. Zuhause schrie er vor Schmerzen, ich rief wieder beim TA an, der meinte, ich sollte noch etwas warten. 1 Stunde später ging es Redcliff besser. Wir liessen ihn aber am Montag den ganzen Tag beim Tierarzt, damit er diesen komplett untersucht mit Blutabnahme usw. Der TA fand nichts. Also fuhr ich mit Redcliff am Dienstag zu einem anderen Tierarzt, der dank Ultraschall eine entzündete Niere feststellte. Redcliff bekam etwas dagegen. Leider hatten wir Urlaub gebucht - bis zum Ende der Woche. Der TA erklärte uns, wir könnten fahren, denn die Tiersitterin würde sich ja um ihn kümmern. Am Freitag bekamen wir die Nachricht, dass es Redcliff wieder schlechter ging, wir brachen unseren Urlaub sofort ab und rasten nach Hause. Am Samstag packten wir ihn und fuhren in die Tierklinik. Dort stellte man dann fest, dass er eine Nierenentzündung wegen Harngries hatte. Es wurde ein Kontrastmittel gespritzt und dabei stellte man fest, dass es einen Knubbel im Darm gab, der operriert werden musste. Zudem fand der Tierarzt in der Tierklinik einen komplett zerstörten Lungenflügel, der laut seiner Meinung auf eine starke Allergie zurückzuführen gewesen sein muss.

Wir hatten nun, 2 Jahre nach der Odysee, warum Redcliff aufhörte zu spielen, die Antwort. Kein Wunder, dass er ruhig wird, wenn er nur noch einen Lungenflügel hat. Kein Wunder, dass er der alte wurde, nachdem er Cortison bekam. WAS mich aber bis heute traurig macht ist die Tatsache, dass 6 Tierärtze mich nicht ernst nahmen. Das 6 Tierärtze alles überhört haben, was ich ihnen gesagt habe.

Redcliff wurde operriert. Sein Darm hatte sich ineinandergeschoben. Leider fand man auch Eiter im Bauchraum. Eine Bauchfellentzündung. Zu diesem Zeitpunkt lag sein Titer aber bei 1:100 und sämtliche Werte sprachen gegen FIP. So kämpfte der Tierarzt dort um Redcliff's Leben.

2,5 Wochen später - am 14.08. um 01.15 Uhr gab Redcliff seinen Kampf auf. Seine Leber versagte, er starb friedlich.

Wir stimmten der Obduktion zu, die FIP ergab.

Ich frage mich heute, lebte Redcliff noch, wenn man die Allergie viel früher bemerkt hätte? Ich meine, FIP hat eher eine Chance, wenn das Immunsystem eines Tieres geschwächt ist und das war bei Redcliff def. der Fall, was man ja an seinen häufigen Erkrankungen bemerkte. Nur, hätte man wenn man die Allergie bekämpft hätte, auch sein Immunsystem gestärkt? Was wäre dann heute? Dann macht es mich traurig, dass die 1. Tierärtzin alles übersehen hat und auf nichts, was wir gesagt hatten, reagiert hatte.

Musste Redcliff sterben, weil wir ihn nicht schon mit 2 Jahren in die Tierklinik gebracht hatten?
 

Redcliff, ich vermisse Dich heute noch so sehr. Entschuldige, dass ich zum Schluss, weil so viele Tierärzte, so viele Menschen mir erklärten, ich sei dumm, ich sei krank und nicht Du, nicht mehr auf mein Bauchgefühl vertraut hatte und einfach nicht mehr nach den Ursachen für deine Verhaltensänderung gesucht habe. ES TUT MIR SO LEID Reddiredciff.


Seine Schwester fing ca. 12/06 ein paar Mal an, dass sie keine Luft bekam. Sie kam beim Spiel viel schneller ausser Atem. Sie brauchte über einen Tag um aus einer Narkose zu kommen. Alles Sachen, die mir Sorgen machten, denn das war für sie nicht normal. Auch hier sagte man mir, dass die Katze kerngesund sei.



Eingedenk der Tatsache, was man mir über Redcliff erzählt hatte, sprach ich mit dem Tierarzt in der Tierklinik, als ich auch einmal wegen Redcliff da war. Vor allem, auch wegen der kaputten Lunge und der Allergie bei ihm. Der Tierarzt nahm auch das wenige, was ich über Bright erzählen konnte, ernst. Nach Redcliff's Tod wurde sie dort komplett untersucht. Beim Röntgen entdeckte man, dass auch ihre Lunge stark geschädigt und ihr Herz vergrößert ist. Eine Blutuntersuchung ergab eine Hausstaubmilbenallergie und gegen Flöhe. Dazu noch eine Futtermittelallergie. Zu diesem Zeitpunkt war sie 1 Jahr unsauber. Ob das zusammenhängt, ist heute fraglich, weil sie trotz Cortison unsauber blieb. Sie bekam später nur wegen dieser Allergie 4 Augenentzündungen und die Schuppen, die sie hatte, gingen dank Cortison zurück.


Es war eine Erklärung, warum sie so schnell ausser Atem kommt und warum sie damals keine Luft bekam.


Redcliff, wir hatten in zu Deinen Lebzeiten immer Angst um Dich. Uns war immer klar, dass Veränderungen Dich krank machten. Warum nur haben wir das ganze nicht schon schneller gefunden?


Der Tierarzt in der Tierklinik geht davon aus, dass das bei beiden genetisch vorhanden war, es ist doch ein zu großer Zufall, dass Wurfgeschwister das selbe Leiden haben sollten.

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