Akutelles zum Hauskauf
Irgendwie bezweifle ich, ob wir das Haus wirklich bekommen. (Schulterzucken) Hintergrund des Verkaufs durch die Eigentümer ist ja, dass der Mann, Vater von 4 Kindern, eine Beschäftigung im Süddeutschen Raum hat. War er bisher in Wolfburg, also "nur" 200 km entfernt, wären es ab September 670 km. Da mein Mann für 7 Monaten in der Schweiz war, kenne ich das Problem einer Wochenendehe, die über so eine lange Distanz geführt wird. Der Partner kommt erst am Freitag abend sehr spät nach Hause und fährt dafür am Sonntag nachmittag. Viel Zeit bleibt da nicht. Bei 200 km sieht das ganze etwas anders aus.
Gerade, wenn man noch 4 Kinder hat, denke ich, will man auch als Vater etwas Zeit mit ihnen am Wochenende verbringen. Ich denke aber auch, als Mann möchte man seine Frau sehen.
Bei uns geht es, denn wir haben keine Kinder.
So entschlossen sie sich, das Haus hier zu verkaufen und sich etwas dort zur Miete zu suchen, wobei wir ihnen schon am Besichtigungstermin, wo wir uns für das Haus entschieden, aus Erfahrung sagten, dass die Mieten dort, wo sie hinwollen, sehr hoch sind. Das ist auch der Grund, warum wir ihnen viel Zeit mit dem Auszug lassen, denn wir haben Zeit. Vor allem denke ich auch, täte es Bright ganz gut, wenn sie nicht sofort, wenn sie wieder etwas sauberer geworden ist, ihr Zuhause verliert.
Gestern nun trafen wir uns beim Notar. Der meinte auch nur, seine Tochter lebte da und die Mieten seien 2 x so hoch wie hier. Die Verkäuferin bekam den Mund nicht mehr zu. So sagten wir denn den Verkäufern zu, dass sie sich mit dem Hausverkauf, also dass sie tatsächlich ausziehen und sie das Geld bekommen, bis April 2009 warten können, damit sie sich in Ruhe in Süddeutschland eine passende, schöne und bezahlbare Wohnung suchen können. Früher ausziehen wäre laut Notar kein Problem, wir, die Käufer müssten nur 6 Wochen zuvor vom Verkäufer informiert werden. Der Verkäufer könnte aber nicht mehr auf einen früheren Termin bestehen, es läge nun in unserem Goodwill.
Der Makler gab dann noch einen im Café aus (sollte bei der Courtage ja noch drin sein, vor allem, nachdem er den Verkäufern den Schock versetzte, indem er ihnen auch eine Courtage berechnete, von denen sie bis zu diesem Augenblick nichts wussten.). Aber dass passierte erst im Café.
Die Verkäuferin erzählte mir auf dem Weg ins Café, dass 2 ihrer Kinder, Junge 19 Jahre, Mädel 18 Jahre, nicht mit nach Süddeutschland gehen. Es war etwas mit Job und Studium und Freund und Freunden, die die beiden nicht hier aufgeben wollten. So müssten die Eltern neben der teureren Wohnung dort im Süden auch noch ein Appartment für die Kinder hier bezahlen. Ich wurde schon stutzig, als sie mir DAS erzählte. Ah ja, dachte ich mir, da habt ihr die ganze Sache ja richtig im Familienrat besprochen.
Dann im Café bekamen die beiden die schon erwähnte Rechnung vom Makler und fielen aus allen Wolken, wie wir auch, denn beim Besichtigungstermin vor 2 Wochen, wo der Vorvertrag unterschrieben wurde, erwähnte der Makler nur, dass die Käufer = wir, die Provision zu zahlen hätten. Die beiden waren sprachlos. Wir etwas, weil wir dem Makler schon gesagt hatten, dass wir z. Zt. kein Barkapital haben, erst in 1 Monat über welches verfügen, was ja kein Problem darstellt, da der Hauskauf ja erst für Dezember geplant war.
Nun ja, also hatten beide Parteien einen Schock, wir nur relativ klein, wegen der Zahlungsbedingung, auf die uns der Makler auch nicht hingewiesen hatte (2 Wochen) und die Verkäufer den großen, dass sie 7.000 EUR zahlen müssen. Super.
Nachdem der Makler dann ging, erklärte mir die Verkäuferin irgendwann, sie überlegte sich, überhaupt nicht mit in den Süden zu ziehen, sondern sich 20 km vom jetzigen Wohnort eine Wohnung zu mieten. (HÄH?!?, warum verkauft sie dann überhaupt?).
Irgendwie gewannen wir den Eindruck, die beiden hatten das wohl noch nicht so gut durchgesprochen. Vor allem erklärten uns beide, sie hätten noch nicht mal im Internet nach den Preisen und Wohnungen in Süddeutschland geschaut.
Kommt euch das genauso komisch vor wie uns?
Gut, das alles ist eigentlich nicht unser Problem. Nur, die Verkäufer haben Glück, es ist nicht unser Traumhaus. Wir haben es nur genommen, weil es für das Geld ok ist und man nichts renovieren muss.
Wir haben gestern nachmittag noch mit ihnen telefoniert. Zum einen, was mit ihrer Rechnung passiert. Sie sagten uns, der Makler sei einmal da gewesen, hätte aber nichts von der Provision gesagt, die sie als Verkäufer zahlen müssten. Im Vorvertrag, bei dessem Abschluss er auf unsere Pflicht, die Provision zu zahlen hinwies, steht aber leider, die "Parteien" und Provision zahlen. Da ich nicht davon ausgehe, dass der Makler welche zahlt, und Partei immer 2 sind, wobei ich damals dachte, es seien mein Mann und ich, denke ich, war das der Zeitpunkt, wo er die Verkäufer mit zur Zahlung ins Boot nahm. Die Verkäufer gehen jetzt zum Rechtsanwalt und wir werden ihnen helfen, indem wir genau das aussagen, was der Makler sagte, nämlich nur: die Käufer verpflichten sich die Provision von XYZ zu zahlen. Ich denke nicht, dass die Verkäufer die Rechnung nicht zahlen müssen, denn der Makler ist 33 Jahre im Geschäft und gewieft genug, um zu wissen, wie er das verpackt.
Während dieses Gespräches haben wir dem Verkäufer auch unsere Bedenken gesagt, die wir aufgrund der Äusserungen und Bemerkungen seiner Frau gewonnen haben, dass sie eigentlich gar nicht verkaufen will. Wir haben den beiden angeboten, sich das ganze noch einmal in Ruhe während der kommenden Woche zu überlegen. Natürlich müssen sie uns dann unsere entstandenen Kosten bezahlen, die auch nicht unerheblich sind. Vielleicht aber besser, als zu verkaufen und es gar nicht zu wollen.
Tja, Hauskauf mit Hindernissen. Mal sehen, was Ende dieser Woche herauskommt, auch was ihre Provision betrifft.