Vertreibung aus dem Paradies
Hallo Leute,
mich kennt ihr schon aus diesem BLOG, mein Name ist Bright, oder Missus Bright, oder Schnecke, wie Frauchen mich nennt.
Glaubt nur nicht alles, was die hier über mich zum Besten gibt. Ein Ausbund an Vorbildlichkeit ist Frauchen ja auch nicht gerade und beschwert sich hier über mich. (Kopfschüttel).
Das Paradies (träumerischindieluftguck), ja, das Paradies (jetztdichanschauend), ist ein Raum, in dem ein großes Bett steht, an der einen Wand, ein großer Schrank an der anderen, ein Balkon an der 3. Wand. Ihr nennt das Schlafzimmer und verbringt teilweise die ganze Nacht dort.
Früher einmal durfte ich mit hinein, ins Paradies. Heute aber, wo Frauchen meint, sie wollte nicht jedes Mal das Bett nach Urin absuchen, und sämtliche Ecken usw. usw. usw. darf ich da nicht mehr ohne Beobachtung rein.
Gestern war so ein Tag, da bin ich auf Frauchens Schulter gesprungen und mit ihr durch das Haus gegangen. Auf diesem Wege erreichte ich das Paradies auch wieder. Schwup, Sprung und ich war auf dem Kleiderschrank, wo MEINE Reisetasche liegt, in der ich zu gerne schlafe. Also habe ich es mir dort SOFORT bequem gemacht, auch wenn Herrchen moserte: das ist nicht Deine Reisetasche, die ist neu, die kennst Du gar nicht, und lass Deine Katzenhaare aus der Tasche. Deine liegt genau daneben.
Quark, ich kenne doch MEINE Tasche - oder etwa nicht?
Frauchen stand unter dem Schrank: BRIGHT, SO war das aber nicht gedacht, komm da runter!
Vielleicht nicht von ihr so gedacht, aber von mir! Von wegen, ICH und runter kommen, dann weiss ich genau, WAS passiert, ich werde vor die Schlafzimmertür gesetzt. SO dumm bin ich nun auch wieder nicht.
Oh Wunder, Frauchen geht? Was für eine Teufellei hat die sich wieder ausgedacht?
5 Minuten später kommt Frauchen wieder an. BRIGHT - tönt es im freundlichsten Frauchenton, Schau mal, was ich für Dich habe, und klong schlägt es neben mir ein. Ein herrlicher Duft, oh ja! Ich kann nicht wiederstehen und muss aus der Tasche kriechen - meine Augen sehen das gleiche, was ich gerochen habe: EIN LECKERCHEN, WOW! UND, wie es schmeckt!
BRIGHT, tönt es wieder von Frauchen, schau mal. Als ich meinen Kopf in ihre Richtung drehe, kommt mir schon wieder der Duft entgegen und ich sehe ein weiteres Leckerlie in ihrer Hand. Komm Bright, Du bekommst das Leckerlie, komm Bright.
Daher kommt garantiert die Legende vom Rattenfänger von Hameln, denn ich konnte dem Klang ihrer Stimme, dem Geruch des Leckerlies gepaart mit der Erinnerung an den Geschmack nicht wiederstehen und verliess meinen sicheren Schrank, der mir den Verbleib im Paradies sicherte.
Zack, Plong, ich war draussen. Draussen, nur weil ich vor Gier einem Leckerlie, welches die Treppe nach draussen runtergeworfen war, folgen musste. (Tränenindenaugenglitzern).
So ungefähr stelle ich mir vor, wie Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden. Aber für einen Apfel?
Mir zumindest wurde dann, obwohl ich jammernd und schreiend vor der Schlafzimmertür stand, der Zutritt verweigert. Frauchen meinte dann irgendwann, als sie mich das 5. Mal am Tag dort weinend antraf: Bright, Pfote drauf, wenn Du es schaffst, 5 Jahre nirgendwohin zu pinkeln, dann darfst Du wieder rein.
Somit bin ich, die arme aus dem Paradies vertriebene Katze namens Bright, die euch eines mit auf den Weg geben kann: gebt eurer Gier nicht nach, es verwehrt euch das Paradies.