Unsere Erfahrung mit der Diagnose FIP

Veröffentlicht auf von Bright

Redcliff war knapp über 1 Jahr alt, als wir die Diagnose FIP positiv erhielten. Wir waren gerade umgezogen, und mussten 2 Haushalte zusammenlegen. Damit wir das in Ruhe machen konnten, brachten wir Redcliff und Bright in eine Tierpension.

Wir hatten die beiden ca. 1 Jahr zuvor als 8 wöchige Kitten aus dem Tierheim übernommen, wo sie gelandet waren, nachdem sie mit ca. 4 Wochen im Wald zum Sterben ausgesetzt wurden. Halbtot und krank wurden sie in letzter Sekunde gerettet.

6 Monate später musste ich wegen einer Arbeitsaufnahme nach Köln ziehen. 2 Monate später nahm ich die 2 zu mir, von 123 qm auf 20 qm. Heute täte ich das nicht mehr, es war eine Qual für die zwei. Bright wurde agressiv, Redcliff zog sich zurück.

In dieser Bruchbude lebten wir 3 - 4 Monate, bis ich die Probezeit überstanden hatte. Dann suchten wir uns wieder eine Wohnung und fanden eine in Troisdorf. 100 qm groß, was wir leider noch nicht wussten, sie war verschimmelt.

Nachdem wir die 2 Wohnungen (die 120 qm große und das Appartment) wieder in dieser Wohnung zusammengelegt hatten, kamen Bright und Redcliff aus der Pension zu uns. Redcliff wirkte sehr ruihg, was, so dachten wir, mit dem Umzug zusammenhing. Als er am 3. Tag noch nicht mal ein kleines Interesse für seinen Laserpointer aufbrachte, schrillten sämtliche Alarmglocken in meinem Kopf. Er wurde eingepackt und schnellstens zum Tierarzt gebracht. Diagnose: Infekt mit 41,9 Grad Fieber. Es war also wirklich allerhöchste Eile geboten gewesen. Auf die fiebersenkenden Mittel sprach er sofort an, denn kaum zuhause, frass er sehr gut und er spielte auch sofort wieder.

Nach 2 Wochen dann, fing das alles von vorn an. Dieses Mal dauerte es nicht lange und wir waren beim Tierarzt. Der Schock von diesem einen Mal sass zu tief. Redcliff hatte dieses Mal 39,8 Grad und die Diagnose lautete, dass der 1. Infekt noch nicht richtig ausgeheilt gewesen sei. Zur Sicherheit wurde ihm aber Blut abgenommen.

Ein paar Tage später erhielten wir das Ergebnis. Redcliff, der auch auf diese Antibiotikabehandlung sofort gut angesprochen hatte, hatte laut Blutergebnis einen Titer von 1:200. Die Tierärtzin meinte, er sei FIP positiv und man könnte einfach nicht sagen, wie alt er würde, bevor FIP ausbräche. Zur Sicherheit wurde nochmals Blut abgenommen, um den Titer abzusichern. Der Titer blieb gleich.

Ich googelte und fand dann Foren. Das Internet gab und gibt zum Thema FIP teilweise wiedersprüchliche Aussagen.

Identisch war allerdings, dass viele Katzen diesen Titer aufweisen, der also nichts zu sagen hat, da der nur aussagt, dass die Katze mit dem Coronavirus in Berührung gekommen war. Der FIP-Virus ist eine mutierte Form des ansonsten harmlosen Coronavirus. Also kann der Titer nicht aussagen, ob die Katze nun FIP hat oder nicht.

Teilweise sprechen die Daten im Internet davon, dass der Virus im Körper der Katze bei Stress oder geschwächtem Immunsystem mutiert, während ein Tierarzt in der Tierklinik 2 Jahre später erklärte, ein Virus mutierte nicht im Körper, er sei nicht zuerst harmlos und dann gefährlich. Da mir aber andere Tierärzte noch andere Informationen gegeben haben, weiss ich einfach nicht, was ich glauben soll.

Zu diesem Zeitpunkt vor 4 Jahren war ich am Boden zerstört. Erst recht, weil es ja noch seine Schwester Bright gibt.

Mit 2 Jahren hörte Redcliff auf zu spielen. Er wirkte teilweise depressiv. Meine latente Angst wegen FIP nahm weiter zu. Ich rannte mit ihm von Tierarzt zu Tierarzt, keiner wusste etwas.

Nach einem Jahr in der schimmelverseuchten Wohnung zogen wir wieder um, 2 Monate nach Beendigung der Probezeit wurde ich entlassen, was mich zur Frage anstiftete, warum man mich dann erst überhaupt hatte nach Troisdorf ziehen lassen. Wir zogen in das Haus, wo wir auch z. Zt. noch wohnen.

Redcliff überstand diesen Umzug ohne Krankheit. Dafür wurde er dann Ende Dezember dieses Umzugsjahres für die nächsten 6 Monate dauernd krank. Die Odysee mit den TÄ ging weiter, keiner fand was. Es wurde ein erneuter FIP Test gemacht. Sein Titer war auf 1:100 gesunken.

Ende July 2007 kam Redcliff in die Tierklinik. Die Geschichte warum könnt ihr auch in diesem BLOG nachlesen. Während einer OP wurde dann eine Bauchfellentzündung festgestellt. Alle Werte, Blut, Revitalprobe usw. sprachen komplett gegen FIP. Es sah so aus, als hätte er eine chronische Bauchfellentzündung. Selbst so lagen seine Überlebenschancen bei gerade mal 5 %, aber wir mussten kämpfen. Er hatte keine Schmerzen, nachdem man seine Nierenentzündung, die 3 Tierärzte übersehen hatten, behandelt hatte.

Dieses Mal sprach er auf die Behandlung nicht an. 2,5 Wochen nach Einlieferung in die Tierklinik starb er. Die Obduktion ergab: Todesursache FIP. Für den Tierarzt ganz überraschend, denn damit hatte er nicht gerechnet.

Ich frage mich heute nur, wäre er noch am Leben, wenn man seine Allergie, den Harngries und die Nierenentzündung früher bemerkt hätte? Ich meine, so unterschiedlich und sich wiedersprechend die Informationen im Internet über FIP auch sein mögen, alle sprechen davon, dass FIP eine Chance hätte, wenn das Immunsystem geschwächt wäre. Ich meine, bei diesen chronischen Sachen, die er hatte, war sein Immunsystem sehr geschwächt. Was wäre passiert, wenn man seine Allergie schon Jahre zuvor entdeckt hätte? Wenn mich die Tierärzte so ernst genommen hätten, wie es der Tierarzt in der Tierklinik getan hat? Bei Bright nahmen mich 3 Tierärzte ja auch nicht ernst, und als ich die Sachen: Bright bekam 4 x keine Luft, sie ist schneller erschöpft, braucht 1 Tag um aus einer leichten Narkose zu erwachen, hechelt viel schneller als vorher, spielt sie 10 Minuten, hechelt sie 15 Minuten, zur Sprache brachte, meinte er nur: das müssen wir uns genau anschauen, ich tippe auf eine Allergie. Das wurde dann ja auch bestätigt.

Bright lebte mit ihrem Bruder von Geburt an zusammen. Ich habe ihr Blut bis heute nicht auf einen positiven FIP-Titer untersuchen lassen. Ich gehe davon aus, dass er positiv sein wird. Bright hat ein geschwächtes Immunsystem durch eine bestehende Hausstaubmilben- und Futtermittelallergie. Dann war sie die letzten 2 Jahre richtigem Stress ausgesetzt, wovon dass letzte Jahr erst richtig stressig für sie war, denn ihr Feind Herr Nachbar, zog im August 2007 bei uns ein. Sie reagierte seitdem mit Krankheiten auf diesen Stress.

Irgendwann war ich dann mal bei einer Tierheilprankikerin, die meinte, Bright hätte halt FIP, sei also eine FIP-kranke Katze. Somit hatte ich die X-igte Meinung von einer Tierärztin, was das Thema FIP anbetrifft.
Was ich heute nur sagen kann: Redcliff verstarb vor 1 Jahr an FIP. Bright geht es heute mit ihren 5,3 Jahren trotz großem Stress und geschwächtem Immunsystem durch ihre Allergie (kaputte Lunge und angegriffenes Herz) sehr gut. Auch Seymour, der mit 3 Monaten zu uns kam, geht es sehr gut. Auch Herrn Nachbarn, der nun in einem schönen neuen Zuhause lebt, geht es sehr gut. Keiner der 3 ist an FIP erkrankt, was aber nicht bedeutet, dass Bright oder Seymour nie an dieser hinterlistigen Krankheit sterben könnten.

Ich hoffe aber, ich konnte etwas aufzeigen, dass FIP sehr schwer zu diagnotizieren ist. Dass es leider zu wenig Informationen über diese Krankheit gibt. Auch, dass es, wenn eine Katze an FIP verstirbt, nicht bedeuten muss, dass die anderen folgen werden. Auch, dass FIP erst einwandfrei nach dem Tod diagnostiziert werden kann. Wir hatten leider den Fall, dass alles dagegen sprach und es FIP war. Ich habe aber genügend andere Fälle in Foren gelesen, wo die Katze FIP haben sollte und heute noch lebt, gesund und munter ist, weil es doch etwas anderes war und ihre Menschen nicht aufgaben und nach der richtigen Diagnose suchten.

Natürlich bleibt die Angst vor dieser Krankheit. Diese kenne ich leider nur zu gut.

 

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